Schreiben           Rezension           Grafiken          Fotografien

{ VON DEN CHANCEN, DIE UNS DAS LEBEN GIBT }

Dienstag, 13. September 2016 | |
Ein. Aus. Wir atmen, wir leben. Haben Ziele. Haben Ängste. Wir fallen, stehen auf.

Das Leben wartet nicht ab, sondern läuft im stetigen Ticken des Sekundenzeigers an uns vorbei.
 Es wartet nicht darauf, dass wir endlich begreifen, dass wir eigentlich zu allem fähig sind und das die Zeit die wir haben, jeder Moment davon, kostbar ist.
Irgendwann gibt es uns einen Tritt in den Hintern und das wars. Erst dann fangen wir an zu Jammern. Was hätten wir nicht noch alles machen, sehen und erreichen können?
Aber wir bekommen kein Mitleid. Nicht vom Leben.



Manchmal überwiegen die Cons die Pros und wir lassen uns davon aufhalten.
- Ich wäre gerne Fotografin, aber ich bin nicht gut genug.

- Hach diese Idee in meinem Kopf würde ich so gerne zu Papier bringen und veröffentlichen, aber es ließt doch kein Mensch die Werke von jemand Unbekanntes.

- Ich brauche unbedingt mal wieder Urlaub, aber das ist doch viel zu teuer.

Dies sind nur einige Beispiele die uns im Leben begleiten können und die ich einfach mal aus meinem eigenen Leben gegriffen habe. Es gibt so unendlich viele Beispiele und wer von uns kann nicht wenigstens einen Satz dieser Art auf sich bezogen selber formulieren?
Aber anstatt uns davon aufhalten zu lassen, sollten wir einmal tief durchatmen und das "aber" streichen.

Ich wäre so gerne Fotografin und wenn andere Leute mich buchen und den Eventteilnehmern sagen ich mache tolle Fotos und sei "Fotografin", dann stell ich mich nicht kleinlaut daneben und sage "Aber ich bin doch gar keine Fotografin und ich mache das nur so. So gut bin ich gar nicht", sondern ich stelle mich gerade hin und sage einfach nur stolz "Dankeschön!" 

Ich möchte meine Ideen zu Papier bringen und mir ist egal ob es eine Person liest, fünf, 100, oder 1000, nur damit ich am Ende zu mir sagen kann "Ich habs' geschafft und meinen Traum erfüllt".

Ich brauche dringend Urlaub und dieses Jahr ist es dann kein vier Sterne All-Inklusive Hotel, sondern ein kleiner Städtetrip hier und ein kleiner Road-Trip dort, wo man es sich in einer kleinen netten Pension gemütlich macht. Entspannen kann man auch für wenig Geld.

Worauf ich damit hinaus möchte ist, dass wir weniger Aber-Sätze bilden und stattdessen unser Leben genießen sollten und uns nicht durch selbstgesetzte Barrieren daran hindern lassen.

Wir stehen uns selbst im Weg, während wir lieber das unmögliche möglich machen sollten, denn was ist so verkehrt daran es wenigstens zu versuchen?

Kommentare:

  1. Du sprichst mir so sehr aus der Seele...

    Ich glaube aber (haha), dass an diesen Einstellungen auch sehr die Gesellschaft mit ihrem Druck verantwortlich ist. Lieber quält man sich jahrelang durch einen Job, nur weil er sicher ist, anstatt etwas zu riskieren, wofür man brennt. Lieber steckt man privat für einen Job zurück, der einen ernährt, als einfach mal das zu tun, was man schon immer tun wollte. Genauso ist es ja auch mit dem Urlaub, es passt halt nie, weil immer irgendwas anfällt. Nein sagen ist ja total verboten...

    Manchmal habe ich das Gefühl, dass man erst dann richtig lebt, wenn man sich komplett von diesen Fesseln losmachen kann und einfach das tut, was das Herz einem sagt. Sofern es irgendwie machbar ist. Nur so findet man zu seiner Berufung und zu dem Leben, was man als lebenswert empfindet, wodurch man es automatisch genießt.

    Liebe Grüße,
    Sarah

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Sarah,

      da stimme ich dir vollkommen zu und es ist auch so ein Phänomen, was man in Deutschland sieht. (Natürlich nicht nur, aber ihn vielen Ländern ist es irgendwo lockerer. Generell sind wir ja irgendwie eine sehr verklemmte Gesellschaft) Ich habe selber schon Erfahrungen gemacht, wo ich mal etwas riskiert habe und die Familie dann skeptisch war, aber es hat geklappt. Trotzdem gibt es noch so vieles, was ich mich nicht wage zu riskieren und ich wette später werde ich mich dafür verfluchen. :D Irgendwie steht Sicherheit & Beständigkeit vor dem Leben und dem Genießen selbst, obwohl das Leben doch eigentlich das wertvollste ist was wir haben und wir es vollstens ausnutzen sollten. :)

      In deinem Bali Urlaub hast du ja auch Menschen kennengelernt die ganz anders mit ihrem Leben umgehen, als wir und die auch denke ich mal andere Prioritäten setzen.

      Liebe Grüße,
      Alex


      Löschen
    2. Selbst wenn man etwas riskiert und es klappt nicht, dann heißt das nichts. Finde ich zumindest. Entscheidungen zu treffen, bestimmte Wege zu bestreiten und vollkommen dahinter zu stehen, ist sehr mutig und das sollte man nicht bewerten. Denn genau dieses Denken hält einen ja davon ab, sich sein Leben so zu gestalten, wie man es für sich selbst möchte.

      Ich arbeite momentan sehr an mir, diesem Denken keinen Raum mehr zu geben. Klar, es müssen gewisse Dinge stimmen - man muss von etwas leben können und sollte sich nicht mit jedem deshalb anlegen :D aber ansonsten möchte ich zumindest probieren, nur noch auf mich und mein Bauchgefühl zu hören. Ich finde den Gedanken, irgendwann mal zu bereuen, was man nicht getan hat, ganz schlimm. Deshalb bemühe ich mich, es gar nicht erst dazu kommen zu lassen. (leichter gesagt als getan)

      Und du glaubst gar nicht, wie gut mir die Bali-Leute getan haben. Einfach mal die Erfahrung zu machen, sich bewusst gegen die Norm zu entscheiden. Herrje, ich werd schon wieder direkt sentimental^^

      Liebe Grüße,
      Sarah

      Löschen
  2. Sehr, sehr wahr! Gerade was meine eigenen Leistungen angeht neige ich leider sehr zu diesen aber-Sätzen. Ich kann zwar mittlerweile auf ein Kompliment oder Lob leichter mal mit "Danke" antworten, aber für mich selbst fällt das "aber" definitiv noch viel zu oft...

    Ebenfalls sehr wahr!
    Zum Thema Film kann ich nicht mehr sagen als das was ich mal in Backstage oder Making-of Videos gesehen habe, aber da scheint es ja sogar noch extremer als bei der Fotografie zu sein. Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass es da zu sonderlich erotischen Stimmungen kommt!
    Und man muss ja auch mal ganz ehrlich sagen: wie oft hat ein Model wirklich ein erotisches Shooting? Oder gar Unterwäsche? Kommt ja auch nicht jeden Tag vor... eher selten. Bis vielleicht sogar gar nicht.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Es ist schwer diese aber-Sätze loszuwerden und ich denke immer wird es sowieso nicht klappen, aber ich hoffe auch irgendwann an einen Punkt anzukommen, wo es mir leichter fällt, Dinge einfach zu riskieren und keine Ausreden zu suchen. Manche Male habe ich es geschafft, aber immer leider nicht.

      Absolut so ein Unterwäsche Shooting kommt wirklich nicht alle Tage vor, vor allem auch noch seltener mit der Anwesenheit von Männern. Da dann direkt überzureagieren ist wirklich unangemessen.

      Löschen