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{ PROJEKTPLANUNG }

Mittwoch, 26. Juli 2017 | / |

Hallo ihr Lieben,

es tut mir Leid, wenn ich hier momentan eher weniger aktiv bin. Irgendwie bin ich in einer Phase, wo ich aufgehört habe mich zu zwingen jede Woche einen Beitrag zu schreiben und möchte dafür mehr auf meine eigenen Projekte eingehen und auch wirklich nur dann etwas posten, wenn ich es wirklich möchte und nicht, weil es auf meinem Plan steht.

Bevor euch aber in einigen Tagen eine Rezension zu "Als das Leben mich aufgab" von der jungen Autorin "Ney Sceatcher" erwartet, wollte ich noch einmal etwas über meine eigenen Schreibprojekte loswerden. Da ich erstmals einen ganz neuen Weg der Planung benutzt habe, möchte ich ihn euch gerne ein wenig vorstellen.

Da „Ein Hauch von Vergangenheit“ nun bei der zweiten Testleserin ist, habe ich mich voller Elan in die Planung meines neuen Projekts gestürzt.
    Der Arbeitstitel ist „Fyr“ und es ist mein erster Versuch an High Fantasy. Früher habe ich sehr viel Fantasy verfasst, aber an eine eigene Welt und einen solchen Umfang habe ich mich zuvor nie rangetraut. Jetzt war aber der Wille da, der Kreativität keine Grenzen zu setzen und eine eigene Welt zu erschaffen.  



Irgendwie war ich dann auch so gut drin in der ganzen Sache, dass ich nach nur einem Monat mit der gesamten Planung fertig war.
    Normalerweise braucht es bei meiner Planung nicht viel. Für „Ein Hauch von Vergangenheit“ habe ich mir zwei kurze Charakterbögen angelegt und gleich den detaillierten Storyverlauf aufgeschrieben. Dazu gab es eine weitere Worddatei mit Rechercheinfos und offenen Fragen und dann wurde auch schon losgelegt.

Diesmal war es anders. Ich habe schon länger ein Auge auf Papyrus und Scrivener geworfen, mir bisher aber nichts davon angeschafft, weil ich unsicher bin, ob ich es wirklich so oft benutzen würde, dass ich Geld dafür ausgeben möchte.


Also entschied ich mich dazu, EINE Worddatei für mein gesamtes Projekt anzulegen. Über die Überschriften und Navigation klappt es auch super mit der Orientierung und ich bin sehr zufrieden mit dem Endprodukt, auch wenn es an sich nichts Besonderes ist. Aber das machte den Abstand zu einem kostenpflichtigen Programm eigentlich nur noch Größer. Ordnung kann man schließlich auch in Word haben.


Aber was war mir bei diesem Projekt wichtig? Welche Unterteilungen habe ich vorgenommen?

Als erstes kam die RECHERCHE.
Diese habe ich in einige wichtige Unterpunkte unterteilt, die für meine Story wichtig waren. Hier habe ich einfach alle möglichen Infos gesammelt und Textstellen reinkopiert, die mir Infos über benötigte Dinge geben, bevor ich sie genauer herausfiltern würde.

Danach stand das, für mich absolut neue, WORLDBUILDING an.
Glücklicherweise habe ich diese wunderbare Seite hier - Weltenbau Wissen - gefunden, auf der es einen wunderbaren Fragenkatalog gab, den ich mir als Vorlage nahm. Die einzelnen Unterteilungen dieses Fragenkatalogs seht ihr schon in der Navigation.
   Ich gestehe, ich habe nicht jeden einzelnen Punkt ausgefüllt, aber es half mir deutlich bei der Entwicklung, da dort Dinge gefragt werden, über die ich mir sonst wahrscheinlich gar keine Gedanken gemacht hätte.


Neben dem Fragekatalog zum Aufbau habe ich mir noch eine Seite für die unterschiedlichen Gebiete und die Namen dieser angelegt und alle Orte genauer beschrieben und mit Bildern bestückt.

Danach folgte gleich noch ein Fragenkatalog, den ich auf Pinterest gefunden hatte. Diesmal zu den CHARAKTEREN. Es gibt extrem viele Eigenschaften die man eintragen kann, aber hier war ich ein wenig unmotiviert, da ich die Charakterbögen bisher nur minimal ausgefüllt habe und sie auch nur für die allerwichtigsten Charaktere vorliegen. Die anderen Charaktere möchte ich mir erst in der Geschichte aufbauen.



Einer der wichtigsten Punkte die dann folgte und ebenfalls einiges an Zeit kostete war der HINTERGRUND der Story.
   Hier unterscheide ich zwischen der Geschichte (was ist in der Vergangenheit passiert und welche Auswirkungen hat es auf die aktuelle Zeit?), bösen, neutralen und guten Wesen/Menschen. Hier gibt es jeweils wieder Unterkategorien der einzelnen Wesen/Menschen mit einem kleinen Steckbrief dazu, wer sie sind, was sie können, was ihre Aufgabe ist und wie sie Aussehen inkl. einem aus Bildern zusammengestellten Moodboards. Das zu zeigen wäre aber deutlich zu Spoilerlastig. :-)

Kleinere Tierwesen, die es bei uns in der Natur nicht so gibt, werden in Besondere Tierwesen genannt.
   Beim Mächteverhältnis habe ich es ein wenig wie eine Pyramide gehandhabt. Wer steht ganz an der Spitze der Macht? Wer dadrunter, wer hat gar kein nichts zu sagen? 
Wichtig war auch ein Punkt für Beziehungen, wo es vor allem darum geht, welche Wesen mit wem gut klar kommen und mit wem nicht.Wo gibt es Konflikte?
   Die wichtigen Gegenstände sind ein kleiner Zusatz, wo ich ein paar Sachen notiert habe, die ich im Verlauf gerne einbringen möchte und ihre Geschichte.
  Neu dazugekommen sind bei mir vor kurzem dann noch die Beweggründe der verschiedenen Charaktere. Beispiel: Warum hilft A als B Hilfe braucht, obwohl sie sich nicht mögen?

Ganz zum Schluss folgt dann das Kernstück. DIE STORY.
Es gibt eine kleine Kategorie für offene Fragen, die noch geklärt werden müssen und dann kommt ein Bereich für wild durcheinander geschriebene Ideen, die ich erst im Nachhinein sortiert habe. Da kam alles hin, was mir gerade einfiel.
     Als die Ideen standen, ging es an die Details. Das Herzstück.
Im Detaillierten Verlauf habe ich jedes Kapitel stichwortartig so ausführlich wie möglich festgehalten. Anschließend eine ganz grobe Wortanzahl für die Planung und … ja da stand ich nun mit meinem eigentlich fertigen Dokument.

Nebenbei wurde noch eine Spotify Playlist erstellt (*hier lang*) und dann bekam ich gestern erstmals Lust, mich an den Prolog zu machen. Eigentlich dachte ich, dass ein Monat für die Planung zu wenig sei. Für High Fantasy kann das doch nicht ausreichen, oder?
   Ich habe aber jetzt versucht die Zweifel beiseite zu schieben, immerhin besteht das gesamte Dokument aus etwa 60 Wordseiten mit 9pt Schrift und das deutet zumindest auf ein bisschen Planung hin.

Wie plant ihr so? Plant ihr gerne oder schreibt ihr lieber drauf los? Was darf in eurer Planung nicht fehlen? Arbeitet ihr auch mit Pinterest und Moodboards?  Denkt ihr, etwas fehlt in meiner Planung, dass ich noch mit aufnehmen könnte?




Kommentare:

  1. Ich plane irgendwie gar nicht, wenn ich ehrlich bin. Ich hab aber auch aktuell nicht die Zeit mich damit zu befassen. Deine Gliederung sieht aber vielversprechend und einfach aus. Vielleicht sollte ich das auch mal so machen xD

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  2. Huhu Nathi,

    komplett ohne Planung könnte ich es nicht, weil ich zumindest den Ablauf der Story vorher festlegen möchte, um Logikfehler zu vermeiden, aber so ausführlich wie hier muss es natürlich nicht jeder machen :-D
    Es war aber wirklich eine neue Erfahrung :-)

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